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Infos zu psychischer Gesundheit
Erfahren Sie, wie psychische Gesundheit Ihr Leben beeinflusst:
Psychische Gesundheit
Was ist psychische Gesundheit?
Der Begriff Psyche beschreibt das innere Erleben eines Menschen – dazu zählen Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen. Diese können sich im Verhalten ausdrücken.
Ähnlich wie der Körper kann auch die Psyche aus dem Gleichgewicht geraten.
Psychische Gesundheit ist kein statisch perfekter Zustand, sondern ein dynamisches Gleichgewicht, das sich im Laufe des Lebens immer wieder verändert. Es zeigt sich darin, wie gut es einer Person gelingt, mit den Anforderungen des Lebens umzugehen, Belastungen zu bewältigen und in ihren persönlichen, beruflichen und sozialen Lebenszusammenhängen handlungsfähig zu bleiben. Wer sich psychisch gesund fühlt, kann Herausforderungen bewältigen, Beziehungen gestalten, einer Arbeit nachgehen und am sozialen Leben teilhaben.
Belastende Lebensereignisse, Übergänge oder anhaltender Stress können dieses Gleichgewicht ins Wanken bringen.
Dabei ist es aus systemischer Sicht wichtig zu betonen, dass psychische Belastungen nicht isoliert entstehen, sondern immer im Zusammenspiel individueller Voraussetzungen, aktueller Lebensbedingungen, sozialer Beziehungen und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen zu verstehen sind.
Psychische Gesundheit und psychische Störungen – ein Kontinuum
Die Unterscheidung zwischen psychischer Gesundheit und psychischer Störung folgt nicht dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. Vielmehr bewegt sich der Mensch auf einem Kontinuum zwischen diesen beiden Polen.
Je nach Lebenssituation, Belastung und verfügbaren Ressourcen kann sich das Erleben stärker in die eine oder andere Richtung verschieben.
Werden psychische Belastungen sehr intensiv, anhaltend oder zunehmend, können sich sogenannte psychische Störungen entwickeln. Die Merkmale psychischer Störungen– häufig als Symptome bezeichnet – können sehr unterschiedlich sein. Gemeinsam ist ihnen, dass sie das alltägliche Leben, Beziehungen und die persönliche Funktionsfähigkeit beeinflussen. Manchmal klingen Beschwerden von selbst wieder ab, wenn sich Lebensumstände verändern oder neue Bewältigungsstrategien entstehen.
Nehmen Symptome jedoch zu oder kommen weitere Belastungen hinzu, ist es sinnvoll, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen – etwa durch Psychotherapeut:innen, Hausärzt:innen oder Fachärzt:innen, idealerweise eingebettet in ein unterstützendes soziales Umfeld.
Systemisch betrachtet stehen dabei nicht nur Symptome im Fokus, sondern auch deren Funktion und Bedeutung im jeweiligen Lebenskontext.
Warum ist das Thema psychische Störungen so relevant?
Viele Betroffene suchen erst dann Hilfe, wenn der Leidensdruck bereits sehr hoch ist.
Psychische Belastungen sind nach wie vor häufig mit Scham, Unsicherheit oder der Angst vor Stigmatisierung verbunden. Zudem fehlt es oft an Orientierung, da psychische Prozesse weniger sichtbar sind als körperliche Beschwerden. Es ist besonders wichtig, psychische Gesundheit nicht als individuelles „Problem“, sondern als gemeinschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe zu verstehen.
Es zeigt sich: Psychische Störungen sind weit verbreitet.
Ein großer Teil der Bevölkerung ist im Laufe des Lebens betroffen.
Psychische Beschwerden gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit, wobei depressive Störungen und Angststörungen besonders häufig auftreten.
Systemische Therapie
Die Systemische Therapie ist ein bestimmtes psychotherapeutisches Verfahren.
Sie betrachtet psychische Störungen im Zusammenhang mit dem sozialen Umfeld und den zwischenmenschlichen Beziehungen im weitesten Sinne.
Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von psychischen Störungen, sowie bei Aufrechterhaltung und Lösung von inneren und äußeren Konflikten.
Symptome, wie beispielsweise Depressivität oder Angst, stellen in der Systemischen Therapie oft den Versuch dar, mit zwischenmenschlichen Problemen umzugehen.
Bei der Behandlung von psychischen Störungen werden die relevanten sozialen Systeme, wie zum Beispiel die Familie, sowohl unter struktureller als auch generationaler Perspektive genau untersucht.
Ziel der Therapie ist es, negative Muster in sozialen Interaktionen sowie in den Gedanken und Gefühlen der Betroffenen so zu verändern, dass sie für die betroffene Person und ihr Umfeld hilfreich werden. Dadurch soll eine gesündere „Selbst-Organisation“ der Person und ihres sozialen Umfelds erreicht werden, wobei besonders darauf geachtet wird, die Fähigkeiten und Stärken der Betroffenen zu nutzen.
Das lösungsorientierte und prozessorientierte Arbeiten steht in der Systemischen Therapie im Vordergrund.
Frühzeitige Unterstützung, offene Gespräche, tragfähige Beziehungen und professionelle Begleitung können dazu beitragen, Belastungen zu reduzieren und Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Psychische Störungen sind häufig, sie können jeden Menschen treffen und sind kein Zeichen von persönlicher Schwäche.
Sie sind Ausdruck komplexer Wechselwirkungen – und sie sind heute in vielen Fällen gut behandelbar, insbesondere dann, wenn individuelle Ressourcen, soziale Kontexte und persönliche Ziele in die Behandlung einbezogen werden.
Um es kurz zusammenzufassen: Psychische Störungen sind nicht selten, sie können jeden Menschen treffen, sind kein Zeichen von persönlicher Schwäche und sie sind inzwischen gut behandelbar.
"SysDok wurde zur Behandlung psychischer Störungen entwickelt."
Informationen zu SysDok
Was ist SysDok?
SysDok ist eine Plattform, auf der Ihr Therapiefortschritt erfasst und von Ihnen mitverfolgt werden kann. Auf SysDok beantworten Sie Fragen zu Ihrem Befinden, ihren sozialen Beziehungen, Ihren Stärken und dazu, wie Sie die Therapie wahrnehmen. Mit SysDok bekommen Sie und Ihre Therapeut:in eine Rückmeldung dazu, wie Sie sich seit Therapiebeginn entwickelt haben.
Vorteile von SysDok
SysDok ist eine sichere webbasierte Plattform, sodass Sie die Fragen bequem von zu Hause aus oder unterwegs beantworten können. Mit Ihrer Teilnahme verbessern Sie nicht nur Ihren eigenen Therapieverlauf, sondern Sie unterstützen auch die Psychotherapieforschung. SysDok legt einen hohen Wert auf Datensicherheit und verwendet zertifizierte Server in Deutschland.
Ablauf der Befragung
Wir befragen Sie zu Beginn und Ende der Therapie sowie alle drei Monate im Therapieverlauf. Nach dem Ende der Therapie bekommen Sie noch drei weitere Einladungen zur Befragung, damit wir beurteilen können, wie Ihnen die Systemische Therapie langfristig geholfen hat. Damit ist SysDok ein wichtiges Werkzeug zur Qualitätssicherung in der Systemischen Therapie.
Teilnahme
Wie kann ich als Patient:in teilnehmen?
SysDok wird aktuell in Aus- und Weiterbildungsinstituten für Systemische Therapie eingesetzt. Wenn Sie an der Ambulanz eines kooperierenden Instituts in Therapie sind, können Sie Ihre:n Therapeut:in auf SysDok ansprechen.
Wenn Ihre Ambulanz aktuell nicht mit uns kooperiert, können Sie Ihre:n Therapeut:in oder das Ambulanzsekretariat auf die Informationen zur Kooperation hinweisen.
SysDok-ID beantragen
In den kooperierenden Ambulanzen erhalten Sie Ihre SysDok - ID im Ambulanzsekretariat.
Anmeldung zur SysDok-Plattform
Wenn Sie bereits eine SysDok-ID haben, können Sie sich hier einloggen:
FAQs und Information
Häufig gestellte Fragen von Patient:innen
Sie können bei SysDok teilnehmen, wenn Sie in einer kooperierenden Ambulanz in Psychotherapie sind. Wenn Ihre Ambulanz mit SysDok kooperiert, sprechen Sie Ihre:n Therapeut:in einfach auf SysDok an. Eine Liste der kooperierenden Ambulanzen finden Sie hier:
Wenn Sie bei SysDok teilnehmen, bekommt Ihr:e Therapeut:in ein Feedback zu Ihren Angaben in der Befragung. Dieses Feedback unterstützt sie oder ihn bei der Diagnostik und im Therapieprozess. So kann ihr:e Therapeut:in die Therapie besser planen und auf Veränderungen während der Therapie reagieren.
Bei SysDok untersuchen wir, wie sich Ihre psychische Gesundheit während der Therapie verändert. Dazu befragen wir Sie zu Ihrem Befinden, Ihren Problemen und Ihren Stärken. Außerdem interessiert uns, wie Sie Ihre Beziehung zu Ihren wichtigen Bezugspersonen einschätzen und wie es Ihnen im Umgang mit anderen Menschen geht. Außerdem stellen wir Ihnen Fragen dazu, wie Sie den Kontakt mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten erleben. Eine Liste aller verwendeten Fragebögen finden Sie im Bereich Forschung .
Sie erhalten von Ihrer Psychotherapieambulanz einen Zugangscode. Damit loggen Sie sich auf der SysDok-Plattform ein. Bei der ersten Befragung können Sie eine E-Mail Adresse angeben, über die Sie an die weiteren Befragungen erinnert werden.
Auf der SysDok-Plattform füllen Sie zu fünf festen Zeitpunkten einen Fragebogen aus: vor der Therapie, nach der Therapie sowie sechs, zwölf und 24 Monate nach Abschluss der Therapie. Diese Fragebögen nehmen etwa 20-30 Minuten in Anspruch. Zusätzlich werden Sie während der laufenden Therapie alle drei Monate mit einem Kurzfragebogen befragt. Für diesen Kurzfragebogen brauchen Sie nicht länger als 15 Minuten.
Die Zugangsdaten erhalten Sie in Ihrer Psychotherapieambulanz. Wenn Sie bereits eine Therapie begonnen haben und noch keine Zugangsdaten erhalten haben, wenden Sie sich bitte an das Ambulanzsekretariat.
Ihre Zugangsdaten können Sie bei Ihrem:r Therapeut:in oder im Ambulanzsekretariat erfragen.
Bitte wenden Sie sich nicht an die Forschungsgruppe. Aus Datenschutzgründen kennt nur Ihre Psychotherapieambulanz die Kombination aus Ihrem Namen und dem SysDok-Code.
Während der Therapie können sich Ihr Gesundheitszustand und Ihre sozialen Beziehungen Schritt für Schritt verändern. Manchmal geschehen auch kurzfristig größere Veränderungen. Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten kann es helfen, diese Veränderungen über standardisierte Fragen einzuschätzen. Durch die Verwendung der gleichen Fragen hat Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut einen direkten Vergleich ihrer Angaben.
Aus Sicht der Forschung interessiert uns nicht nur die Veränderung zum Ende der Therapie, sondern auch wodurch und in welchen Therapiephasen diese Veränderung zustande kommt. Durch die dreimonatige Befragung können wir schrittweise Veränderungen besser untersuchen. Damit die Angaben über alle Zeitpunkte vergleichbar und statistisch auszuwerten sind, verwenden wir die gleichen Messinstrumente.
Sie werden nach Abschluss der Therapie dreimal befragt: 6, 12 und 24 Monate nach Therapieende. Damit wollen wir in der Forschung sicherstellen, dass Ihnen die Systemische Therapie auch langfristig geholfen hat.
Ihre Daten werden vertraulich behandelt. Alle Daten werden auf gesicherten Servern in Deutschland gespeichert und verarbeitet. Wir erheben Ihre Daten pseudonymisiert. Das bedeutet, dass Sie nicht Ihren Klarnamen eingeben, sondern einen Zahlencode. Nur Ihr:e Therapeut:in und Ihre Psychotherapieambulanz können die Daten im Nachhinein zuordnen. Wenn Sie Ihre E-Mail Adresse für Erinnerungsmails eingeben, wird diese getrennt von Ihren Befragungsdaten gespeichert und kann im Nachhinein nicht mehr Ihren Fragebogenangaben zugeordnet werden.
Für die Therapie werden Ihre Fragebogenergebnisse automatisch ausgewertet. Ihr:e Therapeut:in kann die Ergebnisse auf der SysDok-Plattform einsehen und diese bei Bedarf in die Therapieplanung einbeziehen.
Für die Forschung werden die Daten ausschließlich auf Gruppenebene ausgewertet und in Fachartikeln veröffentlicht. Bei der Auswertung verwenden wir ausschließlich pseudonymisierte oder anonymisierte Daten, die keinen Rückschluss auf Ihre Person zulassen.
Die detaillierten Informationen finden Sie in der Studien- und Datenschutzinformation, wenn Sie sich auf der SysDok-Plattform einloggen.
Ihr:e Therapeut:in kann die Ergebnisse einsehen. Bitte sprechen Sie Ihr:e Therapeut:in an, wenn Sie sich für Ihre persönlichen Ergebnisse interessieren.
Die automatische Auswertung kann nur erstellt werden, wenn Sie alle Fragen beantwortet haben. Bitte loggen Sie sich erneut auf der SysDok-Plattform ein und stellen Sie sicher, dass Sie den aktuellen Fragebogen vollständig ausgefüllt haben.
Sie können sich hier anmelden:
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